Lagerverwaltung im Wandel: Unterschiede von SAP EWM vs. WM

Was ist eigentlich zwischen SAP EWM und WM der Unterschied? Und welche Lösung ist die richtige für unsere Lagerwirtschaft? Mit diesen Fragen müssen sich Unternehmen spätestens dann befassen, wenn sie bei einer anstehenden S/4HANA-Migration den Umzug ihrer Lagerprozesse planen.

Foto von gestapelten Paletten vor einem Regal in einem Lager

Das Wichtigste in Kürze

  • SAP WM wird nicht mehr weiterentwickelt und unter S/4HANA durch das Stock Room Management (SRM) als einfache Übergangslösung ersetzt.
  • SRM ermöglicht die Weiterführung klassischer Lagerverwaltungs-Prozesse und eignet sich besonders für eher manuelle Lager mit überschaubaren Anforderungen und einfachen Lageraufgaben..
  • SAP EWM bietet im Vergleich einen deutlich erweiterten Funktionsumfang und ist auf komplexe, automatisierte und wachstumsorientierte Lager sowie große Distributionszentren ausgelegt.
  • Typische Funktionen von EWM sind unter anderem Materialflusssteuerung, detaillierte Lagerplatzverwaltung, Integration logistischer Prozesse, Produktionsanbindung und erweiterte Analysemöglichkeiten für mehr Transparenz und Kontrolle.
  • SRM deckt lediglich Basisprozesse wie Bestandsführung, Einlagerung, Auslagerung, Wareneingang, Warenausgang und Inventur ab und erhält keine funktionalen Erweiterungen mehr.
  • Die Entscheidung zwischen EWM und SRM hängt maßgeblich von Lagergröße, Prozesskomplexität, Automatisierungsgrad, Zukunftsstrategie, Skalierbarkeit der Lösung und Investitionsbereitschaft ab – ebenso wie von der Rolle der Lagerlogistik im gesamten SCM und der Produktion.

Abschied von SAP WM – Was kommt nun?

Neben der umfangreicheren WMS-Lösung SAP EWM gibt es eine weitere Option zur Umstellung. Das SAP Stock Room Management (SRM) ist ein spezielles Angebot für Kunden, die ihr SAP Warehouse Management (LE-WM) mit eingeschränktem Funktionsumfang über das Jahr 2025 hinaus weiter nutzen möchten.

In vielen Unternehmen ist SAP WM seit Jahren das Herzstück der Lagerverwaltung – vom einfachen Wareneingang über die interne Umlagerung bis hin zum Warenausgang. Gleichzeitig stoßen diese Systeme im Rahmen der Digitalisierung und steigender Anforderungen an Transparenz, Kontrolle und Automatisierung zunehmend an ihre Grenzen.

Um Ihnen die Entscheidung zur Migration zu erleichtern, stellen wir Ihnen in diesem Blogartikel die Optionen vor und erläutern die Vor- und Nachteile der Varianten. Außerdem geben wir anhand von praktischen Beispielen eine Empfehlung ab, für welches Unternehmen welche Lösung am besten geeignet ist.

Welche Lösung kann was?

Spätestens mit der Aufkündigung der Mainstream-Wartung für die SAP Business Suite 7 inkl. WM und LE-TRA bis Ende 2027 (optional erweiterte Wartung bis 2030) müssen sich Nutzer*innen von SAP WM mit dem Umstieg ihrer ERP- und Logistikprozesse befassen.

Dabei geht es um mehr als nur das „Ablösen“ einer Software: Unternehmen müssen entscheiden, wie sie zukünftige Abläufe in Wareneingang, Kommissionierung, Nachschub, Nachverfolgung, Lagerplatzverwaltung, Warenausgang und Retouren gestalten wollen.

Um auch nach dem Umzug auf SAP S/4HANA für eine effektive Lagerwirtschaft zu sorgen, ist die Wahl der richtigen Software für das eigene Unternehmen von großer Bedeutung. Sie beeinflusst:

  • die Effizienz der Lageraufgaben im Tagesgeschäft
  • die Qualität von Stammdaten und deren Nutzung in Prozessen
  • die Integration in übergeordnete SCM- und Produktionsprozesse
  • die Möglichkeiten zur Steuerung und Überwachung von Materialflüssen
  • die Skalierbarkeit bei zukünftigem Wachstum oder neuen Geschäftsmodellen

Ziel ist es schließlich, effiziente Abläufe sicherzustellen, die Kosten gering zu halten, die Kundenzufriedenheit zu steigern und insgesamt wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber auch für ein Upgrade der Software und ihrer Funktionen lohnt es sich, das bestehende SAP Warehouse Management hinter sich zu lassen und ein modernes, zukunftsorientiertes Lagerverwaltungssystem einzuführen.

Ab 2026 haben sie deshalb im Rahmen von SAP S/4HANA die Wahl zwischen zwei SAP-Produkten. Entscheiden Sie sich schon jetzt, welche Option die Richtige für Sie ist – SAP SRM (Stock Room Management) oder EWM (Extended Warehouse Management).

Was ist der Unterschied zwischen SAP WM und EWM?

Die ältere Lagerverwaltungssoftware WM ist im Vergleich zu SAP EWM in ihrer Flexibilität und Entwicklungsmöglichkeiten merklich eingeschränkt. WM bietet Unternehmen alle grundlegenden Funktionen zum Verwalten der Lagerungs- und Verpackungsprozesse, dem Managen und Verfolgen des Versands sowie Basis-Tools für Berichte und Analysen. EWM (Extended Warehouse Management) hingegen ist die fortschrittliche All-in-One Lösung von SAP für die Verwaltung und Optimierung von Lager- und Logistikprozessen. Der Unterschied zwischen SAP WM und EWM liegt deshalb in der Komplexität und Bandbreite der Funktionen und der Flexibilität ihres Einsatzes.

EWM erfüllt vielseitige Lager-und Logistikanforderungen, die über den WM-Standard hinausgehen. Gerade deshalb entscheiden sich viele große Lagerhäuser, Unternehmen mit großen Warenvolumina und komplexen Distributionsnetzwerken für dieses SAP-Produkt. Es bietet umfassende Funktionen zur Verwaltung von Lagerbeständen, Waren und Bestandstransfers, Materialflusssteuerung sowie zum detaillierten Management von Lagerplätzen und -bereichen für eine effiziente Lagerung. Über eine mobile Anwendung können Mitarbeitende verschiedenen Lageraktivitäten wie etwa Wareneingang, Umlagerung, Kommissionierung oder Warenausgang vor Ort ausführen. Außerdem ermöglicht EWM die Überwachung in Echtzeit von Chargen, Seriennummern und Verfallsdaten der Waren.

Im Bereich der Versand- und Transportverwaltung erstellen sie Versanddokumente, verwalten Ihre Versanddienstleister, verfolgen Ihre Lieferungen und optimieren Ihre Transportaufträge über die Software. SAP EWM kann ohne Probleme in das SAP Transport Management (SAP TM), andere ERP-Module sowie SCM- und Produktionsprozesse integriert werden. Besonders hilfreich sind die umfassenden Analyse- und Reporting-Tools, die Ihnen Einblicke in Ihre Lager- und Logistikleistung bieten und dadurch ermöglichen, die Effizienz der gesamten Lieferkette zu steigern.

 

Luftaufnahme von einem Yard mit LKW vor den Liefertoren.

Basic Warehouse oder Advanced Warehouse? Der Exkurs zu Embedded EWM

Bei der Wahl der EWM-Lizensierung haben Unternehmen die Wahl zwischen der Basic und der Advanced Warehouse Version. SAP bietet beim »Embedded EWM« zwei Hauptvarianten an. Zum einen die Variante »Basic Warehouse«, die für S/4HANA-Kunden ohne Extralizenz verfügbar ist und die im Wesentlichen die bisherige Funktionswelt von SAP WM sowie weitere Funktionen abbildet. Wer also zufrieden mit der Funktionsvielfalt und Flexibilität der älteren SAP ERP (ECC) Lagerverwaltungskomponente ist, wird mit dieser Lösung mehr als glücklich.

Die zweite Variante ist »Advanced Warehouse« mit einer Reihe erweiterter Funktionen, die lizenzpflichtig sind. Lizenzkosten für das EWM Embedded fallen nur an, wenn diese erweiterten Funktionen benötigt und aktiv genutzt werden. Zu den Advanced Features gehören unter anderem das Materialflusssystem (MFS), Integration mit dem Transportation Management (TM), Unterstützung für Transporteinheiten und Yard Management, Wellenmanagement, Labor Management, Cross-Docking, Value Added Services (VAS), Lagerleistungsabrechnung, Kitting, Dock Appointment Scheduling (DAS), Slotting, Verpackungsplanung, Distribution Equipment und JIT (Just-in-time).

Beachten Sie, dass das dezentrale SAP EWM ausschließlich als lizenzpflichtiges Advanced Warehouse verfügbar ist. Das Lizenzmodell für die erweiterte Variante entspricht dem klassischen Lizenzmodell von SAP EWM und basiert auf einer Lizenz pro 5.000 Lieferpositionen. Die Entscheidung, welche Variante verwendet werden soll, wird auf Lagernummern-Ebene im zentralen Customizing festgelegt. Während der Vermessung wird überprüft, ob die funktionale Verwendung mit dem Customizing übereinstimmt.

Was ist SAP Stock Room Management?

Das SAP Stock Room Management (SRM) ist ein spezielles Angebot für Kunden, die ihr LE-WM mit eingeschränktem Funktionsumfang – für primäre manuelle Lager – im Rahmen von S/4HANA über das Jahr 2025 hinaus weiter nutzen möchten. Im Gegensatz zur WM-Software erhält SRM allerdings die Lizenz für die S/4HANA-Enterprise-Management-Komponente und kann so auch im neuen System weiterverwendet werden. SAP SRM ist unter Umständen also eine denkbare Übergangslösung für Unternehmen, die (noch) nicht von der Komplexität und den Innovationen des Embedded EWM profitieren möchten oder deren Lageraufgaben überwiegend manuell und wenig komplex sind.

Allerdings funktioniert SRM ohne Fähigkeiten zur Unterstützung komplexerer Lager und weist daher im Vergleich zu SAP EWM einige fehlende Funktionalitäten auf. Das betrifft beispielsweise die Funktionen des Task & Resource Managements (WM-TRM), des Warehouse Control Unit Interfaces (WM-LSR), des Value Added Services (WM-VAS), des Cross-Dockings (WM-CD), des Wave-Managements (WM-TFM-CP) und des Decentral WMs (WM-DWM).Aus diesem Grund ist SRM auch mit Blick auf die weitere Entwicklung von SAP-Lösungen, als Übergangslösung für manuelle Lager zu betrachten.

Mit dem Stock Room Management haben Unternehmen die Möglichkeit, ihre Lagerorte zu definieren und zu verwalten. Artikelinformationen, Serien- und Chargennummern können erfasst und Umlagerungen, Bestände und Bestandsbewegungen können überwacht werden. Integrierte Berichts- und Analysetools ermöglichen Einblicke in alle Lagerbestände und -aktivitäten, sodass Sie Ihr Bestandsmanagement über SRM optimieren können. Um weitere Logistikfunktionen nutzen zu können, wie etwa etwa tiefer integrierte Wareneingangsprozesse, komplexe Kommissionierung oder Materialfluss-Steuerung kann SAP SRM in die komplexere Lösung SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) überführt werden.

SRM bietet eine kosteneffiziente Softwarelösung für Unternehmen mit einfachen Lagerverwaltungsaufgaben und geringem Prozessumfang. Ideal bei überschaubaren logistischen Abläufen ohne umfangreiche Kommissionierung oder Automatisierung.

Die Funktionen aller SAP-Lagerlogistik-Lösungen im Vergleich

Um entscheiden zu können, welche SAP-Lösung den Anforderungen am besten gerecht wird, ist ein Überblick über alle Lösungen und ihre Funktionen hilfreich. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Funktionsunterschiede der Systeme SAP WM / LE, SAP EWM dezentral, SAP EWM Embedded Basic Warehouse (lizenzfrei), SAP EWM Embedded Advanced Warehouse (lizenzpflichtig) und SAP SRM.

SAP-Lagerlogistik-Lösungen im Vergleich

Funktionen

SAP WM / LES

SAP EWM dez.
(auf SCE-Plattform z.B. EWM 9.x)

SAP Stock Room Management

S/4HANA EWM embedded
»Basic Warehouse«

S/4HANA EWM embedded
»Advanced Warehouse«

ECC / S/4HANA

ECC / S/4HANA

S/4HANA

S/4HANA

S/4HANA

Arbeitsmanagement

-

Ja

-

-

Ja

Cross-Docking

Ja

Ja

-

-

Ja

Dekonsolidierung

-

Ja

-

Ja

Ja

Ent- und Beladung, Bereitstellung

Ja

Ja

Ja

-

Ja

Grafisches Lagerlayout

-

Ja

-

-

Ja

Handling Units

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Wegstreckenberechnung

-

Ja

Ja

Ja

Ja

Inventur

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Kitting

-

Ja

-

-

Ja

Lagerleistungsabrechnung

-

Ja

-

-

Ja

Lagerstruktur

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Lagerungsdisposition

-

Ja

-

Ja

Ja

Lieferantenabwicklung

Ja

Ja

Ja

-

Ja

Materialflussteuerung (MFS)

-

Ja

-

-

Ja

Materialflussrechner (LSR)

Ja

Ja

-

Ja

Ja

Erwarteter Wareneingang

-

Ja

-

-

Ja

Packstückoptimierung

-

Ja

-

-

Ja

Produktionsintegration

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Qualitätsmanagement

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Reporting

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Ressourcen Management

Ja*
(eingeschränkt)

Ja

-

Ja

Ja

Retourenabwicklung

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

RF

Ja*
(eingeschränkt)

Ja

Ja

Ja

Ja

Dock Appointment Scheduling

-

Ja

-

-

Ja

Shipping and Receiving

-

Ja

-

-

Ja

Transit Warehousing

-

Ja

-

-

Ja

Value Added Services

Ja

Ja

-

-

Ja

Verschrottung

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

Analytics

-

-

-

Ja

Ja

Fiori-Apps

-

Ja*
(eingeschränkt)

-

Ja

Ja

Wellenbildung

Ja

Ja

-

-

Ja

Yard Management

Ja

Ja

-

-

Ja

SAP SRM und SAP EWM – Vorteile und Nachteile der Lösungen

Hand aufs Herz: Was sind die ausschlaggebenden Punkte, in denen sich die beiden Systeme SAP SRM und EWM unterscheiden? Die wichtigsten Vor- und Nachteile der beiden SAP Lösungen haben wir hier einmal für Sie zusammengefasst.

SAP EWM (Extended Warehouse Management)

Vorteile und Nachteile SAP EWM

Vorteile

Nachteile

Umfassende Funktionalität: EWM bietet vielfältige und erweiterte Funktionen um Lagerbestände, Warendaten, Stammdaten und Lagerplätze zu verwalten und komplexe Kommissionierungsprozesse zu planen.

Höhere Kosten: Die Implementierung und Wartung von SAP EWM ist in der Regel kostspieliger. Begründet ist dies in der komplexen Infrastruktur des Systems und den individuellen Anforderungen der Unternehmen.

Höhere Flexibilität: SAP EWM ist flexibler als das SAP SRM. Unternehmen haben für die gesamte Lagerwirtschaft mehr Anpassungsmöglichkeiten für ihre spezifischen Geschäftsanforderungen.

Lange Implementierungsdauer: Durch die Komplexität des Systems kann der Umzug länger dauern und erfordert in der Regel eine höhere Fachkompetenz. Für die Umstellung von SAP WM auf EWM empfiehlt es sich, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der Beratung, Prozessanalyse und technische Umsetzung aus einer Hand anbietet.

Komplexe Anforderungen: Für Unternehmen mit großer Warenwirtschaft, komplexen Materialflüssen, automatisierten Distributionszentren und eng angebundener Produktion bietet EWM die erforderliche Unterstützung.

Kontinuierliche Innovationen: Bei einer Integration in S/4HANA ist für das EWM ein technischer Support und Weiterentwicklung der Funktionen bis 2040 gesichert.

SAP SRM (Stock Room Management)

Vorteile und Nachteile SAP SRM

Vorteile

Nachteile

Kostengünstige Lösung: Durch die begrenzte Funktionalität benötigt SRM ein geringeres Anforderungsmanagement bei der Implementierung und ist damit gleichzeitig die kostengünstigste Möglichkeit zur Lagerbestandsverwaltung für Unternehmen.

Begrenzte Funktionalität: Beim Stock Room Management gibt es weniger erweiterte Funktionen. Das SRM ist im Vergleich zum EWM nur für einfachere Lagerverwaltungsaufgaben zu nutzen.

Einfachere Implementierung: Der Umzug vom alten WM System zum SRM ist in der Regel schnell und unkompliziert. Das ergibt sich aus dem eingeschränkten Produktspektrum. Der Prozess kann, mit ein wenig Know-how über SAP und das System, unter Umständen in Eigenregie angegangen werden.

Eingeschränkte Flexibilität: Die Ausgestaltung der Lagerprozesse ist eingeschränkter, da es weniger flexible Anpassungsmöglichkeiten für die Verwaltung und Überwachung der Prozesse gibt.

Einfache Anforderungen: Das SRM-System kann bei der Umsetzung von simpler Lagerlogistik eine große Stütze sein. Großen Lagerhäusern und komplexen Distributionsketten aber nicht gerecht werden.

Keine kontinuierlichen Innovationen: Bei einer Integration in S/4HANA ist für das SRM kein technischer Support und Weiterentwicklung der Funktionen geplant. Zudem sind Investitionen redundant, da allein SAP EWM die zukünftig weiterentwickelte Lösung seitens der SAP ist.

Welches System ist das Richtige für mein Unternehmen?

Zwischen den Systemen bestehen also Vor- und Nachteile sowie eindeutige Unterschiede, die entscheidend für die Wahl sind. Um noch verständlicher zu machen, mit welchem Steckenpferd Sie sich zukünftig auf den Weg machen sollten, betrachten wir nun einige praktische Beispiele für beide Cases.

SAP EWM (Extended Warehouse Management) in der Praxis

Beispiel 1 – Großlager eines Distributors

Ein großer Distributor muss ein riesiges Distributionszentrum verwalten. Die richtige Lösung für ihn wäre SAP EWM, denn sie ermöglicht es ihm, Artikelbewegungen in Echtzeit zu verfolgen, die Optimierung von Lagerplätzen vorzunehmen und komplexe Kommissionierungsprozesse abzuwickeln.

Beispiel 2 – Lebensmittellogistik

Ein Lebensmittelhersteller muss die Logistik für ein großes Produktspektrum an leicht verderblichen Waren organisieren. Er entscheidet sich für SAP EWM. Dieses umfasst die Chargenverfolgung, die Einhaltung von Verfallsdaten und die effiziente Abwicklung von Bestellungen.

SAP EWM wählen, wenn…

  • Ihr Unternehmen große Lagerhäuser oder komplexe Distributionsnetzwerke betreibt
  • eine hohe Produktvielfalt und anspruchsvolle Lageranforderungen vorliegen
  • komplexe Materialflüsse abgebildet werden müssen
  • absehbar ist, dass Anforderungen wachsen und weitere Schritte in Richtung optimiertes Lagerverwaltungssystem sowie Digitalisierung geplant sind
  • Sie eine Lösung mit hoher Skalierbarkeit, moderner Technologie und tiefer Integration in SCM und Produktion benötigen
Foto von einem komplexeren Lager mit Fördertechnik, auf der Kartons bewegt werden

SAP SRM (Stock Room Management) in der Praxis

Beispiel 1 – Krankenhauslager

Ein Krankenhaus muss seine Lagerbestände an medizinischem Material, Medikamenten und Verbrauchsgütern verwalten. Die Lösung SAP SRM hilft bei der Sicherstellung, dass immer ausreichende Bestände verfügbar sind und die medizinische Versorgung reibungslos abläuft. Die Lageraufgaben sind überschaubar, und die Prozesse lassen sich ohne hochkomplexe Steuerung abbilden.

Beispiel 2 – Einzelhandelsfilialen

Eine Einzelhandelskette möchte die Bestände in den Lagerräumen innerhalb der Filialen kontrollieren. Dadurch können sie sicherstellen, dass die Regale immer aufgefüllt sind und die Kundenbedürfnisse erfüllt werden. Die Kette setzt SAP SRM in ihren Filialen als kostengünstige Lösung für die Lagerbestandsverwaltung ein, bei der Wareneingang, Auffüllprozesse und einfacher Warenausgang im Vordergrund stehen.

SAP SRM wählen, wenn…

  • Sie kleine Lager mit überwiegend manuellen Lagerprozessen betreiben
  • die Logistikanforderungen eher simpel sind und sich auf Lagerbestandsverwaltung konzentrieren
  • eine Zwischenlösung gesucht wird, um LE-WM über S/4HANA hinaus weiter nutzen zu können, ohne sofort auf EWM zu wechseln
  • später ein Umstieg auf SAP EWM möglich bleiben soll
Blick in ein Lager mit Gabelstapler und Packzone an einem automatischen Lager

Fazit

Der Unterschied zwischen SAP EWM (Extended Warehouse Management) und SAP SRM (Stock Room Management) ist stark von den spezifischen Anforderungen und der Größe des Unternehmens abhängig. Für Unternehmen, die den Übergang zu S/4HANA EWM Embedded planen, ist es entscheidend, zwischen Basic Warehouse und Advanced Warehouse zu wählen, anstatt sich primär zwischen SRM und EWM zu entscheiden. Die Wahl hängt von individuellen Anforderungen wie der Größe des Unternehmens und der Komplexität der Geschäftsprozesse ab. Größere und komplexere Unternehmen bevorzugen in der Regel EWM aufgrund der erweiterten Funktionen und der Fähigkeit, anspruchsvolle Anforderungen an das Lager- und Bestandsmanagement zu erfüllen. Kleinere Unternehmen können möglicherweise mit EWM Basic Warehouse oder SRM auskommen, sofern ihre Anforderungen weniger komplex sind.

Für Unternehmen, die noch nicht in der Lage oder bereit sind, von SAP WM auf SAP EWM umzusteigen, kann SAP SRM eine Zwischenlösung sein. Stock Room Management ermöglicht es diesen Unternehmen, einige der Vorteile modernerer Lagerverwaltungsfunktionen zu nutzen, ohne den sofortigen Wechsel zu SAP EWM durchführen zu müssen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Wahl zwischen SAP EWM und SAP SRM von den individuellen Umständen, Prozessanforderungen, Logistikstrategie, Skalierbarkeit und Zukunftsplänen abhängt. Es ist wichtig, eine gründliche Analyse der Anforderungen durchzuführen und die langfristigen strategischen Ziele zu berücksichtigen, um die richtige Entscheidung für das Lager- und Bestandsmanagement zu treffen. Dabei sollte auch berücksichtigt werden, wie die Lösung in den Gesamtkontext der SAP-Systemlandschaft des Unternehmens passt.

Häu­fi­ge Fra­gen zu SAP EWM und WM

Ein Umstieg lohnt sich bei komplexen, automatisierten oder wachsenden Lagerprozessen sowie für Unternehmen mit höherem Bedarf an Flexibilität, Transparenz oder Zukunftsfähigkeit. Sobald Themen wie automatisierter Wareneingang, dynamische Lagerplatzverwaltung, anspruchsvolle Kommissionierung, Echtzeit-Kontrolle oder Integration in SCM und Produktion eine Rolle spielen, bietet EWM klare Vorteile. Für einfache manuelle Lager kann Stock Room Management eine Übergangslösung sein.

Da SAP WM im Zuge der Transformation auf SAP S/4HANA nicht weiterentwickelt wird, muss die Lagerverwaltung durch eine alternative Lösung ersetzt werden. Dies kann entweder über SAP Stock Room Management erfolgen, wenn einfache Anforderungen vorliegen, oder über SAP EWM, wenn komplexere Prozesse unterstützt werden müssen.

Der Weg führt in der Regel über Migrations- und Einführungs-Projekte, in denen bestehende Prozesse, Stammdaten und Systemlandschaften analysiert, bereinigt und zielgerichtet in das neue Lagerverwaltungssystem überführt werden. Wir begleiten Sie bei diesem Umstieg von Anfang bis Ende – von der ersten Beratung bis hin zum Go-Live.

prismat unterstützt Unternehmen nicht nur bei der technischen Migration, sondern bietet zusätzlich ein breites Spektrum an ergänzenden Leistungen. Dazu gehören unter anderem Beratungs- und Analyseleistungen zur Bewertung der bestehenden Lagerprozesse und zur Auswahl der passenden Lösung im SAP-Umfeld sowie die Schulung von Mitarbeitenden zur Vorbereitung auf die neue Systemlandschaft. Darüber hinaus übernehmen wir die Implementierung der Lösung inklusive technischer Integration, etwa mit Materialfluss- oder Automatisierungssystemen. Nach der Umstellung unterstützt prismat mit Application-Management-Services und Support auch im laufenden Betrieb. Ergänzend stehen eigene Lösungen wie prismat/RAKETE für S/4HANA, mobile Anwendungen, RF-Lösungen sowie integrierte Analyse- und KPI-Funktionen zur Verfügung.

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