Perfektes Timing: Mit dem Just-In-Time Prinzip effizient und wettbewerbsfähig produzieren

Das Just-in-Time Prinzip zielt darauf ab, Verschwendung sowohl in der Produktion als auch in der Logistik zu minimieren und so – logisch – deren jeweilige Effizienz zu maximieren. Deshalb wird das »JIT« auch gelegentlich als »revolutionär« betitelt. Was genau dahinter steckt, was das für die Logistik bedeutet und für welche Produkte und Warenkreisläufe es geeignet ist, ist Thema dieses Blogbeitrags. Wir werden auch die Vor- und Nachteile dieser Methode beleuchten und besprechen, für wen sich die Implementierung des Just-in-Time-Verfahrens lohnt.

Bildschirm eines JIT-Arbeitsplatzes

Das Wichtigste in Kürze

  • Just-in-Time (JIT) ist ein Produktions- und Logistikprinzip, das Lagerbestände minimiert, Durchlaufzeiten verkürzt und Ressourcen effizienter nutzt.
  • Ziel ist es, Rohstoffe, Materialien und Teile nur dann zu liefern oder zu produzieren, wenn sie tatsächlich benötigt werden – für schlankere Prozesse, geringere Kosten und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit.
  • JIT ermöglicht flexiblere Produktionsabläufe: Unternehmen können schneller auf Marktschwankungen reagieren, Qualitätsprobleme früh erkennen und so die Kundenzufriedenheit erhöhen.
  • Das Verfahren eignet sich besonders für Branchen mit kurzen Produktionszyklen oder schnelllebigen Produkten, z. B. Elektronik, Lebensmittel, Mode oder Automobilindustrie.
  • Erfolgreiches JIT setzt stabile Lieferketten, zuverlässige Partner und eine präzise Planung sowie moderne Lagerlogistik (inkl. Kommissionierung, Wareneingang, Logistiksysteme und automatisierte Lagersysteme) voraus.
  • SAP-Lösungen wie SAP EWM unterstützen die Just-in-Time-Fertigung durch Echtzeitsteuerung von Lager- und Materialflüssen, Betriebsdatenerfassung und Integration mit Managementsystemen und sind damit eine zukunftssichere Basis für JIT-Prozesse.

Was bedeutet Just-in-Time?

Die Kernidee hinter dem Konzept ist es, den gesamten Produktionsprozess so zu gestalten, dass Rohstoffe und Teile und andere Materialien für die Herstellung nur dann geliefert werden, wenn sie benötigt werden. Die Produktion selbst erfolgt in kleineren Losgrößen, um eine Überproduktion zu vermeiden. Durch die Minimierung von Lagerbeständen sollen die Lagerkosten gesenkt und die Flexibilität des Unternehmens in puncto Lieferfähigkeit erhöht werden.

Wie funktioniert das JIT-Verfahren?

Das Just-in-Time Prinzip, auch als JIT-Verfahren oder JIT-Produktion bekannt, ist ein Ansatz in der Fertigungsindustrie, der die Effizienz und Rentabilität eines Unternehmens verbessert. Indem Waren nur dann produziert werden, wenn auch Bedarf besteht, kann Verschwendung verhindert und der Lagerbedarf minimiert werden. Die Methode wurde erstmals in den 1970er Jahren von Toyota entwickelt und hat sich seitdem in vielen Branchen weltweit verbreitet.

Kern des Verfahrens ist die präzise Abstimmung von Produktion, Beschaffung und Belieferung. Das bedeutet:

    • Die Anlieferung der benötigten Materialien erfolgt genau zu dem Zeitpunkt, an dem sie im Fertigungsprozess benötigt werden.
    • Das Logistiksystem sorgt dafür, dass die richtige Menge in der richtigen Reihenfolge an den Verbrauchsort gelangt, bis hin zu Just-in-Sequence-Szenarien, bei denen auch die Reihenfolge der Bereitstellung optimiert wird.
    • In vielen Fällen werden mehrere Kleinteile in automatisierten Kleinteilelagern bevorratet, während Großkomponenten über JIT- oder JIS-Belieferung der Zulieferer direkt an die Produktionslinie geliefert werden.

So kann das Just-In-Time Prinzip Produktionsprozesse optimieren:

  • Das Unternehmen spart Geld, das sonst für die Lagerung, Wartung und Verwaltung von Inventar ausgegeben würde.
    Indem Produkte nur dann hergestellt werden, wenn sie benötigt werden, werden mit JIT kürzere Durchlaufzeiten angestrebt. Dadurch wird die Zeit zwischen der Bestellung und der Auslieferung verkürzt und die Kundenzufriedenheit verbessert.
  • Durch die Reduzierung von Lagerbeständen wird vermieden, dass fehlerhafte Produkte lange im Lager verbleiben, was zu einer schnelleren Identifizierung von Qualitätsproblemen führt.
  • Das Prinzip fördert Flexibilität in der Produktion, da die Fertigung schnell an Veränderungen in der Nachfrage angepasst werden kann. Unternehmen können sich besser auf Schwankungen in der Marktnachfrage einstellen.
  • Mit der schlanken Produktion im Just-In-Time Prozess werden nur die Ressourcen genutzt, die zur Erfüllung der Kundennachfrage erforderlich sind. Somit werden Arbeitskräfte, Maschinen und andere Ressourcen effizienter genutzt, , was die Produktivität insgesamt erhöht..
  • Durch die Ausrichtung der Produktion auf die tatsächliche Kundennachfrage werden die Bedürfnisse der Kunden besser erfüllt. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und die Kundenbindung und wirkt sich positiv auf nachgelagerte Fulfillment-Prozesse aus.

Für welche Unternehmen ist JIT eine sinnvolle Lösung?

Zu Beginn sei gesagt: Nicht für alle Unternehmen ist es das passende Konzept. In Branchen, in denen die Produktion komplex ist, die Nachfrage schwer vorhersehbar ist oder die Lieferketten unsicher sind, ist die Just-In-Time Fertigung mit Risiken verbunden. Deshalb ist eine sorgfältige Analyse der spezifischen Unternehmensbedingungen und -anforderungen entscheidend, bevor diese Art der Fertigung implementiert wird. Dazu gehören u. a. technische und organisatorische Voraussetzungen wie passende Lagersysteme, ein belastbares Logistiksystem, durchgängige IT und eine auf JIT ausgerichtete Arbeitsorganisation. Diese Faktoren sind ein Indiz dafür, dass das Konzept für Ihr Unternehmen geeignet sein könnte:

  • Wenn die Nachfrage nach den Produkten eines Unternehmens stark schwankt oder schwer vorhersehbar ist, kann es dazu beitragen, die Produktion besser an die tatsächliche Nachfrage anzupassen. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, flexibler auf Marktschwankungen zu reagieren.
  • In Unternehmen mit standardisierten Produkten und einer geringen Produktkomplexität sind Prozesse einfacher und leichter steuerbar.
  • Für Branchen mit intensivem Wettbewerb ist die Kosteneffizienz entscheidend. Hier trägt JIT dazu bei, Lagerkosten zu senken und die Effizienz zu steigern, was zu wettbewerbsfähigen Preisen führen kann.
  • Just-In-Time zielt auf kontinuierliche Verbesserung ab. So können Qualitätsprobleme schnell identifiziert und behoben werden. Deshalb profitieren besonders Unternehmen mit hohen Qualitätsstandards von diesem Prinzip.
  • In Branchen, in denen Produkte schnell veralten oder sich der Markt rasch verändert, kann die Methode Unternehmen darin unterstützen, flexibler auf neue Trends oder technologische Entwicklungen reagieren zu können.
  • Unternehmen, die starke Partnerschaften mit zuverlässigen Lieferanten pflegen, können die Vorteile des Produktionsprinzips besser nutzen.
  • Stabile und zuverlässige Produktionsprozesse sind nötig, um das Just-In-Time Verfahren erfolgreich zu implementieren. Idealerweise unterstützt durch moderne Managementsysteme und eine lückenlose Betriebsdatenerfassung.

Für diese Branchen ist das Just-In-Time Prinzip besonders geeignet

Die Just-in-Time Produktion ist nicht in allen Branchen oder Unternehmen gleichermaßen erfolgreich und erfordert eine sorgfältige Implementierung und Überwachung. Geeignet ist es besonders für Produkte, bei denen eine unregelmäßige Nachfrage besteht und die eine relativ kurze Produktionszeit haben. Hier sind einige Beispiele für Branchen, die von diesem Verfahren profitieren können:

Elektronik

Produkte wie Smartphones und Laptops, die sich schnell weiterentwickeln und Spitzen bei der Nachfrage haben – bspw. in Aktionszeiträumen oder im Weihnachtsgeschäft, sind gut geeignet für eine temperoräre Nutzung der Just-In-Time Produktion. Es ermöglicht den Herstellern, auf neue Technologien und Trends schnell zu reagieren.

Lebensmittel

Verderbliche Lebensmittel wie frisches Gemüse und Fleisch erfordern eine präzise Planung und Steuerung, um Verluste zu minimieren. JIT unterstützt hier, den Lagerplatz optimal zu nutzen und Überbestände in der Lagerhaltung zu vermeiden, während gleichzeitig eine hohe Lieferbereitschaft für Handel und weitere Abnehmer gewährleistet bleibt.

Kleidung

Die Modebranche ist von saisonalen Trends geprägt, weshalb es hier besonders effektiv ist, die richtige Menge an Produkten zur richtigen Zeit zu produzieren. Durch verbindliche Bestellzyklen und ein fein abgestimmtes Bestellrhythmusverfahren lassen sich Kollektionen schnell anpassen, ohne in veralteten Beständen zu ersticken.

Automobilindustrie

In der Autoindustrie wird das Just-In-Time Prinzip seit Jahrzehnten erfolgreich angewendet, um Lagerkosten zu senken und die Produktionsgeschwindigkeit zu erhöhen. Die Reihenfolge der Anlieferung von Modulen und Komponenten ist gezielt auf das Montageband abgestimmt, und die Beschaffung erfolgt in enger Taktung mit den Zulieferern.

Wichtige Anforderungen des Verfahrens für Ihre Logistik

Damit das Just-In-Time-Konzept effektiv funktioniert, sind einige Grundvoraussetzungen möglich, die in die Logistikprozesse eines Unternehmens integriert sein sollten. Ein JIT-fähiges Lager zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

Lagerlayout

Das Lagerlayout sollte die optimale Bereitstellung der für die Fertigung benötigten Teile, Zutaten oder Rohlinge ermöglichen, um kurze Wege und schnellen Zugriff zu gewährleisten. Eine vielleicht selbstverständliche Eigenschaft, aber tatsächlich entscheidend ist die räumliche Nähe des Logistiklagers zur Produktion. Sobald nämlich die Nachschubprozesse aufgrund von weiten Transportwegen zu lang dauern oder Zwischenlager eingesetzt werden müssen, kann die Just-In-Time Produktion zu einer großen Herausforderung werden. Der Idealfall ist, dass sich Lager und Fertigung ein Dach teilen, um beispielsweise die Produktentnahme in der Fertigung direkt über die Fördertechnik versorgen zu können.

Automatisierung

Automatische Regalsysteme, Förderbänder und Robotik beschleunigen den Materialfluss anhand des Ware-zur-Person-Prinzips (auch »Ware-zum-Mann-Prinzip« genannt). Hierbei werden Artikel zu den Mitarbeitenden gebracht, anstatt dass die Mitarbeitende zu den Lagerorten gehen müssen. Dies minimiert Laufwege und beschleunigt die Kommissionierung, was den oben genannten Zielen entspricht. Es besteht also ein enger Zusammenhang zwischen dem Just-In-Time Verfahren und dem Ware-zur-Person-Prinzip. Besonders bei einer feinen Taktung der Produktentnahmen ist der Einsatz von Automatisierungstechnik deshalb häufig erforderlich..

Dezentraler Wareneingang

In der Just-In-Time-Fertigung wird häufig dann ein dezentraler Wareneingang eingesetzt, wenn die Waren umgehend von der Produktion vereinnahmt werden können. Das ist bspw. der Fall, wenn die Qualitätskontrolle in der Produktion geleistet werden kann und soll. Die Notwendigkeit durchgängiger Qualitätskontrollen spricht wiederum für den Einsatz eines zentralen Wareneingangs. Letztendlich entscheidet also vor allem das benötigte Produkt über die Ausprägung vieler Logistikprozesse.

KEP-Möglichkeiten

Die oben beschriebenen Produktbeispiele sind typische Waren, die ggf. einzeln (und schnell) via KEP-Dienstleister (KEP steht für Kurier-Express-Paket) verschickt werden. Entsprechend müssen in der Versandzone nicht nur Paletten-Packplätze für hohe Bestellmengen, sondern auch KEP-Parkplätze für das Packen von Kartons versorgt werden. Für die Kommissionierung im Warenausgang heißt das, dass an den Arbeitsplätzen sowohl Einzelbestellungen direkt herausgegeben werden als auch Parallelbestellungen zu Paletten vereint werden müssen – am besten gleichzeitig, mindestens aber im Wechsel

Ihre Logistik ist bereit für Just-in-Time, wenn Sie …

  • ein produktionsnahes Lagerlayout mit kurzen Wegen zur Fertigung haben
  • einen schnellen Materialfluss ohne lange Transportzeiten oder Zwischenlager sicherstellen
  • automatisierte Lager- und Fördertechnik nach dem Ware-zur-Person-Prinzip einsetzen
  • eine hohe Kommissioniergeschwindigkeit für fein getaktete Entnahmen erreichen
  • den Wareneingang zentral oder dezentral passend zu Produkt und Qualitätsanforderungen organisieren
  • Qualitätskontrollen in die relevanten Prozessschritte integriert haben
  • KEP-fähige Versandprozesse für Einzel- und Eilaufträge abbilden können
  • flexible Pack- und Kommissionierarbeitsplätze für Karton- und Palettenversand bereitstellen
Person am Bildschirm eines KEP-Arbeitsplatzes

Vorteile und Nachteile der Just-In-Time Produktion

Wird das Prinzip Ihren Produktionsansprüchen auch wirklich gerecht? Hier sind die wichtigsten Nachteile und Vorteile einmal für Sie zusammengefasst.

Vorteile und Nachteile der Just-In-Time Produktion

Vorteile

Nachteile

Kostensenkung: Die Minimierung von Lagerbeständen reduziert Lagerkosten und Kapitalbindung.

Lieferkettenrisiko: Eine Unterbrechung in der Lieferkette kann zu Engpässen führen.

Effizienzsteigerung: Durch die Reduzierung von Verschwendung und Überproduktion wird die Effizienz des Produktionsprozesses erhöht.

Hoher Koordinationsaufwand: JIT erfordert präzise Planung und Koordination, was eine komplexe Organisation und Überwachung nach sich zieht.

Flexibilität: Unternehmen können sich leicht an sich ändernde Marktbedingungen anpassen.

Geringe Fehlertoleranz: Fehler im Prozess können sich schnell auswirken und zu Produktionsausfällen führen.

Qualitätsverbesserung: Die Fokussierung auf Qualität in Echtzeit führt zu weniger fehlerhaften Produkten.

Wie wird JIT mit SAP-Lösungen abgedeckt?

Da Just-in-Time zu komplexen Lageranforderungen führen kann, ist SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) die naheliegendere SAP-Lösung im Vergleich zu SAP Warehouse Management (SAP WM) oder SAP Stock Room Management. Zwar deckt SAP WM grundlegende Anforderungen wie Just-In-Time-Abrufe und die Just-In-Sequence-Kommissionierung ab, aber sobald Automatisierungstechnik eingesetzt wird, kommt SAP EWM aufgrund des bordeigenen Materialflusssystems, SAP EWM MFS, ins Spiel: Es unterstützt die Echtzeitverwaltung der Lagertechnik aus dem WMS heraus.

Als SAP Implementierungspartner hilft prismat bei der Bewältigung von Herausforderungen im Zusammenhang mit Just-in-Time Fertigung. Wir führen eine gründliche Bedarfsanalyse durch, unterstützen bei Change-Management-Initiativen und legen eine klare Implementierungsstrategie fest. Mit maßgeschneiderten SAP-Lösungen und dem Just-In-Time Grundsatz maximieren wir so die Effizienz und Wirksamkeit ihrer Produktionsprozesse.

Just-In-Time Fazit

Insgesamt kann das Just-in-Time Prinzip Unternehmen dabei helfen, ihre Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und die Qualität ihrer Produkte zu verbessern. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es kein Allheilmittel ist und eine sorgfältige Planung und Überwachung erfordert, um erfolgreich umgesetzt zu werden. Die Implementierung von Just-in-Time Fertigung lohnt sich vor allem dann, wenn Unternehmen:

  • Produkte mit kurzen Produktionszyklen herstellen.
  • In der Lage sind, ihre Lieferkette präzise zu steuern und sich auf Zulieferer verlassen können.
  • Ein leistungsfähiges Logistiksystem und eine geeignete IT-Landschaft einsetzen.
  • Die notwendige IT-Infrastruktur besitzen, um den Produktionsprozess zu überwachen und zu steuern – idealerweise inklusive SAP EWM, Betriebsdatenerfassung und integrierten Managementsystemen.

Wenn Sie mehr erfahren wollen, können wir unsere Case Study zur SAP-EWM-Einführung bei der Firma Gira empfehlen und natürlich stehen wir Ihnen selbstverständlich auch persönlich für Ihre Fragen zur Verfügung.

Zur Case Study über SAP EWM bei Gira
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Häu­fi­ge Fra­gen zum Just-in-Time-Prinzip

Wenn ein Unternehmen Lager- und Produktionsprozesse so weit hat, dass Material- und Warenflüsse zuverlässig planbar sind und Automatisierung, Fördertechnik oder eine enge Verzahnung von Lager und Produktion angestrebt werden. Auch organisatorische Voraussetzungen wie klare Arbeitsorganisation und definierte Verantwortlichkeiten sind wichtig. Mit unseren SAP-Lösungen können wir sowohl manuelle Lager als auch hochautomatisierte Distributionszentren abdecken.

Das hängt von Ihren Anforderungen ab: JIT eignet sich, wenn es um Minimierung von Beständen und schnelle Reaktion auf Bedarf geht; JIS dagegen ist sinnvoll, wenn zusätzlich Reihenfolge oder Sequenz eines Produktionsablaufs wichtig sind. prismat bietet Ihnen modulare Systemumfelder zur Umsetzung solcher Prinzipien — sowohl für klassische Lagerprozesse als auch bei automatisierter Förder- oder Lagertechnik.

Mit JIT lassen sich Lagerbestände minimieren, weil Material nur bei Bedarf geliefert bzw. bereitgestellt wird und Bestandspuffer entfallen. Ein geeigneter Mix aus JIT-Beschaffung, definiertem Bestellrhythmusverfahren und klaren Meldebeständen sorgt dafür, dass die Versorgungssicherheit trotz reduzierter Lagerhaltung gewährleistet bleibt. Entscheidend dafür ist eine durchgehende Transparenz und Steuerung der Materialflüsse. Hier setzt prismat mit SAP EWM ein: Das System liefert Prozess- und Bestandstransparenz in Echtzeit und bildet Materialbewegungen vollständig ab. Damit wird JIT nicht nur theoretisch, sondern praktisch umsetzbar.

JIT bietet grundsätzlich hohe Flexibilität und schnelles Reagieren auf Markt- bzw. Nachfrageänderungen, weil kaum Bestand vorrätig ist und Produktion bzw. Beschaffung eng getaktet ist. Allerdings sind Flexibilität und Stabilität stark abhängig von der Zuverlässigkeit der Lieferanten und der Stabilität der Lieferkette: In unsicheren Zeiten kann JIT anfällig sein.

Die Höhe des Sicherheitsbestands lässt sich nicht pauschal festlegen, da sie von Faktoren wie Lieferzuverlässigkeit, Wiederbeschaffungszeit, Bedarfsstabilität und Prozesssicherheit abhängt. Ziel von JIT ist es, Bestände so gering wie möglich zu halten, dennoch wird in der Praxis ein kleiner, strategischer Sicherheitsbestand beibehalten, um Produktionsausfälle abzufangen. Er sollte individuell anhand von Risikoanalysen definiert und idealerweise systemgestützt überwacht und regelmäßig angepasst werden.

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