2016 – SAP EWM 9.4

Das EWM Release 9.4 ist seit dem 12.05.2016 verfügbar und enthält einige wichtige Innovationen:

Supply Chain Execution
Auf der Supply Chain Execution Platform, also dem Zusammenspiel von Extended Warehouse Management und Transportation Management gibt es insgesamt drei Innovationen. Beim Betrieb von Transitlägern mit sicheren Produkten können Packstücke nun bereits innerhalb des Lagers als "sicher" im Sinne der Air Cargo Security markiert und entlang der logistischen Kette zwischen verschiedenen Transitlägern geführt werden. In diesem Bereich ist die zweite Optimierung, das erweiterte Siegelmanagement angesiedelt. So können Siegel nun mit einer verlängerten Nummerierung ausgestattet und direkt zwischen EWM und TM ausgetauscht werden. Darüber hinaus gab es diverse Erweiterungen im Change Management, die beispielsweise einen flexibleren Umgang mit Statusänderungen zwischen TM und EWM zulassen.

Materialflusssytem (MFS)
Der zweite Optimierungsbereich betrifft die Anbindung von Lager- und Fördertechnik an das EWM. Der mit dem Materialflusssystem verbundene, bislang notwendige Adapter SAP Plant Connectivity (PCo) zur Anbindung von Speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) entfällt. Die Funktionalitäten des SAP PCo wurden komplett in den SAP-Server integriert, so dass mit EWM 9.4 eine direkte Anbindung an die SPS ohne zusätzliche Middleware möglich ist.

Chargenverwaltung
Bislang wurde die Chargenverwaltung auf Werksebene im Zusammenhang mit SAP EWM nicht unterstützt. Diese Funktion kann nun ebenfalls mit EWM abgebildet werden. Damit sind nun alle drei Varianten der Chargenverwaltung vollständig mit SAP EWM integriert.

SAP Fiori
Mit dem Release 9.4 wurden Fiori Apps entwickelt, die nahtlos in die EWM-Prozesse integriert sind. So können An- und Auslieferungen über unterschiedliche Fiori-Apps gesteuert und überwacht werden. Zudem wird eine spezielle App für die Bearbeitung von Wareneingängen aus Kundenretouren angeboten.

Verschiedenes
Weitere Optimierungen betreffen die Sammelkommissionierung im RF-Prozess zur Verbesserung der Kommissionierleistung. 
Zusätzlich gibt es mit EWM 9.4 die Möglichkeit, Inventurzählungen direkt im RF anzulegen sowie volle und angebrochene Paletten statt enthaltene Artikel zu erfassen.
Werden Arbeiten mit Pick-By-Voice-Systemen durchgeführt, können diese nun ebenfalls effizienter durchgeführt werden. Beispielsweise durch spezielle PbV-Verifikationsmöglichkeiten und neue optimierte Laufanweisungen.

Auch mit dem Release 9.4 wurden wieder zahlreiche Verbesserungen umgesetzt, die direkt von EWM-Kunden über das SAP Customer Connection Program eingereicht wurden (siehe auch www.sapimprovementfinder.com)

Dadurch wird das gesamte System langfristig immer weiter auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten.

2015 – SAP EWM 9.3

Das SAP EWM Release 9.3 wartet mit einigen neuen Features auf, welche die Prozesse im Lager weiter vereinfachen - getreu dem SAP Motto: Simplify Everything. Do Anything. Fokusthemen sind das Transit Warehousing als Lösung für Verteilzentren bzw. Hubs und Warehouse Billing. Diese Themen dürften nicht nur für Logistikdienstleister interessant sein.

2015 – SAP EWM 9.2 Fokusthemen des SAP EWM Release 9.2

  • Optimierte Produktionsintegration (Wareneingang aus Produktion sowie Bereitstellung und Verbrauch – also auch Warenausgangsprozess)
  • Lagerautomatisierung EWM-MFS (Mehrfachtiefe Lagerung, Schnittstellenerweiterungen, verbessertes Monitoring)
  • Integration Qualitätsmanagement (Vorabprüfung in der Produktion, wiederkehrende Prüfungen, Annahmeprobenprüfung sowie Wareneingangssteuerung z.B. basierend auf ERP Qualitätsinfosätzen)
  • Optimierungen im Dock Appointment Scheduling, bei der Arbeitsbedarfsplanung sowie kleinere allgemeine Funktionserweiterungen

2014 – SAP EWM 9.1

SAP EWM und SAP TM wachsen weiter zusammen. Nachdem in Release 9.0 mit der gemeinsamen SCE-Plattform die Integrationsbasis für SAP EWM und SAP TM geschaffen wurde, ermöglicht Release 9.1 nun den nächsten Schritt für das Zusammenspiel von Lager- und Transportlogistik.

Im Release 9.0 hat noch SAP ERP als Schnittstelle zwischen beiden Systemen für die Integration fungiert. Mittlerweile ist in 9.1 die volle Integration mittels direkter Schnittstelle zwischen SAP EWM und SAP TM gewährleistet. Das Dock Appointment Scheduling (DAS) ist eine komplett neue Funktionalität im EWM-Baukasten. Sie bietet die Möglichkeit einer Torbelegungsplanung von Transporteinheiten bzw. LKW oder anderen Fahrzeugen. Ein weiteres neues Feature ist das Shipping Cockpit (Versand-Cockpit). Mit dem an den Lagerverwaltungsmonitor angelehnten Versand-Monitor lassen sich innerhalb der Warenausgangsprozesse Transporteinheiten übersichtlich planen, überwachen und auch steuern. Innerhalb des Shipping-Cockpits werden umfangreiche Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, um den Versandprozess weiter zu optimieren. Mit der Arbeitsbedarfsplanung (Labor Demand Planning) zieht eine neue Funktion in das Labor Management (Arbeitsmanagement) ein. Die Arbeitsbedarfsplanung (ABP) wird z.B. verwendet, um die Arbeitslast von Kommissionier- und Verpackungsprozessen zu planen und grafisch zu veranschaulichen.

2013 – SAP EWM 9.0

Mit dem Release 9.0 vereint SAP seine drei für die operative Logistik wichtigsten Systeme Extended Warehouse Management (EWM), Transportation Management (TM) und Event Management (EM) auf einer gemeinsamen Systemplattform SAP Supply Chain Execution (SCE) und bietet mit diesem Schritt viel Potenzial zur Optimierung der gesamten Supply Chain.

Neben der Integration mit TM und EM bietet EWM 9.0 eine Reihe neuer Funktionalitäten: Für das Problem wechselnder Mengen in angelieferten Verpackungen bietet EWM 9.0 mit den bestandsspezifischen Mengeneinheiten eine Lösung im Standard, die zukünftig die Warenausgangsprozesse mit unterschiedlichen Verpackungseinheiten erheblich erleichtert. In der Integration mit Business Objects schafft EWM 9.0 mit dem Dashboard für Warehouse Performance neue übersichtliche Controlling- und Monitorfunktionalitäten. 15 Spitzenkennzahlen für die Lagerlogistik (Warehouse KPIs) sind in dem Paket schon enthalten. Auf Basis der Radio Frequency Technologie enthält EWM 9.0 eine Pick-by-Voice-Integration im Standard. Die termingerechte Planung der Tore im Yard wird durch das Dock Appointment Scheduling sichergestellt.

2011 – SAP EWM 7.02

Das Release 7.02 steht im Zeichen der Ablösung des alten SAP LES. Mit Migrationstools für die Übernahme von Stammdaten und Prozessen aus dem SAP LES sowie der Rapid Deployment Solution (RDS) soll ein schneller Ein- und Umstieg zu SAP EWM ermöglicht werden.

Neben weiteren neuen Funktionalitäten in verschiedenen Bereichen, wie bspw. Crystal Reports, Lagerauftragsdruck, Nachschub stellt vor allem die Verpackungsplanung ein Highlight dar. Auf Basis von Mengen-, Volumen- und Gewichtsdaten lassen sich die Planung von Versand-HUs und damit der gesamte Verpackungsprozess optimieren.

2010 – SAP EWM 7.01

Das Release 7.01 beinhaltet Erweiterungen im Bereich Materialflusssystem (MFS). Performanceseitig sind die Antwortzeiten des Telegrammaustauschs verbessert worden, funktional werden jetzt auch die Anforderungen an die Steuerung von Behälterfördertechnik abgedeckt.

Im Hinblick auf die enge Verzahnung zwischen Lager- und Transportprozessen bietet 7.01 jetzt auch die Integration in den SAP ERP Transport (LE-TRA). Des Weiteren stellt das Retouren Management neue Prozesse für die Abwicklung von Rücklieferungen zur Verfügung.

2009 – SAP EWM 7.0

Im Release 7.0 schließt SAP die bis dahin vorhandene Prozesslücke der Produktionsversorgung. Der Prozessbereich Cross Docking wird um das opportunistische Cross Docking sowie das Merchandise Distribution Cross Docking ergänzt.

Der Umfang des Ressourcen Managements wird mit neuen Funktionen, wie Execution Constraint Managment, Semi-System geführte Arbeit und Doppelspielen erweitert. Mit dem grafischen Lagerlayout wird ein weiterer Schritt im Bereich Monitoring gemacht.

2008 – SAP EWM 5.1

Das Release SAP EWM 5.1 ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Historie der SAP Lagerlogistik. Mit der neuen Komponente Materialflusssystem (MFS) besitzt EWM nun einen voll integrierten Materialflussrechner und hebt sich damit offensichtlich vom alten LES ab.

EWM erhält mit dem Arbeitsmanagement eine weitere brandneue Komponente zur Auswertung und Planung von Lageraktivitäten. Darüber hinaus werden weitere integrative Funktionalitäten wie Chargenverwaltung, Serialnummernveraltung, Packspezifikationen und Qualitätsmanagement zur Verfügung gestellt. Weitere neue Möglichkeiten der Prozessgestaltung bieten das Catch Weight Management, die WE-Optimierung und das Kit-to-Stock. Das Monitoring wird mit dem grafisch angelegten Warehouse Cockpit um übersichtliche Elemente erweitert.

2006 – SAP EWM 5.0

SAP EWM 5.0 befindet sich bereits im RampUp-Prozess. Mit neuer Systemphilosophie wird das erste Release 5.0 mit alt bekannten und neuen Prozessen und Funktionalitäten auf einer komplett neuen Systembasis und Belegstruktur ausgestattet.

Die Organisationseinheiten sind zu einem Großteil aus dem SAP LES übernommen und um neue Organisationseinheiten ergänzt worden. Die einzelnen Organisationseinheiten sind in ihren Funktionen und Abhängigkeiten zueinander nun voll integriert. Besonderen Wert wird auf die Integration der im LES nicht optimal integrierten Funktionen gelegt, wie beispielsweise mehrstufige Bewegungen, Mobile Datenerfassung, Handling Unit Management, Yard Management, Kommissionierwellen etc. Viele neue Prozesse, wie z.B. Dekonsolidierung, Kit-to-order, Lagerreorganisation, Slotting sowie der Lagerverwaltungsmonitor als zentrales Monitoringinstrument runden das Release 5.0 ab.

2006 – SAP ERP 6.0 (vorher mySAP ERP 2005) mit ECC 6.0

Die letzte nennenswerte Entwicklung im LES wird 2006 im Release ECC 6.0 ausgeliefert.

Sie ermöglicht Teilwareneingänge bei dezentraler Abwicklung.

2004 – SAP R/3 4.7 Extension Set 2.00

Das Extension Set 2.00 des Release 4.7 enthält weitere Submodule, die an die Kernkomponenten des LES andocken.

Das Submodul „Direct Store Delivery Backend” unterstützt die unmittelbare Belieferung der Händlerfilialen durch den Hersteller und stellt somit eine Ergänzung der Transportkomponente (LE-TRA) dar. Ein weiteres Submodul bildet das Yard Management, welches mit Prozessen und Funktionen für die Steuerung der LKW auf dem Werksgelände an die Lagernummer andockt. Auch hier fällt die Integration zu den Lagerprozessen eher rudimentär aus.

2002 – SAP R/3 4.7 Extension Set 1.10

Mit Release 4.7 Extension Set 1.10 erhält ein neues Submodul Einzug ins LES. Das so genannte Task and Resource Management (TRM) ist eine sehr umstrittene Funktionalität.

Konzipiert um in erster Linie die Abbildung mehrstufiger Bewegungen zu ermöglichen, dockt es mit dem eigenen Systembeleg „Task“ unterhalb der Transportauftragslogik an und erschafft unnötiger Weise eine weitere Systemebene für die Abwicklung von Lagerbewegungen. In manchen Projekten wird es als Basis für die Entwicklung von Materialflussfunktionalitäten genutzt. Als Materialflusssystem erweist sich das Submodul jedoch nicht nur aufgrund der mangelnden Integration als sehr programmierlastig. Darüber hinaus besitzt es keine Standardschnittstelle zu Speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS).

2000 – SAP R/3 4.6

Während das Release 4.5 von einer Konsolidierung der logistischen Funktionalitäten geprägt war, erhalten im Release 4.6 neue wichtige Funktionsblöcke Einzug ins LES. Mit dem Submodul Radio Frequency (RF) stellt SAP Transaktionen für die Mobile Datenerfassung zur Verfügung.

In der Praxis erweist sich dieses Submodul als sehr starres Konstrukt. Bei der Umsetzung kundenspezifischer Anforderungen muss oftmals zu unkonventionellen Methoden gegriffen werden, um Modifikationen zu vermeiden. Mit der Integration zum so genannten Handling Unit Management lässt sich nunmehr eine ladungsträgergesteuerte Logistik umsetzen. Als Ergänzung zur Lagereinheitenverwaltung werden die Handling Unit Informationen auch über die Lagergrenzen hinaus geführt. Nachteilig erweist sich, dass sich eine durchgängige HU-Verwaltung mit LES sowohl auf LES-interne als auch auf angrenzende ERP-Prozesse auswirkt. Neben neuen Verpackungsprozessen erhöhen zusätzlich weitere Hilfsprozesse den Buchungsaufwand und die Komplexität der Buchungsabläufe im System.

1998 - SAP R/3 Release 4.5

Mit Release 4.5 wird das Logistics Execution (LE) als eigenes Modul geboren. Die bestehende MM-Komponente WM bildet mit den bestehenden SD-Kompo-nenten Shipment (SHP) und Transportation (TRA) ab sofort eine gemeinsame Logistiklösung aus Lagerverwaltung (LE-WM), Versand (LE-SHP) und Transport (LE-TRA).

Von LES (Logistics Execution System) wird gesprochen, wenn LE als dezentrale Lösung implementiert wird. Mittlerweile wird LES oftmals synonym für LE oder WM benutzt.

1997 - SAP R/3 Release 4.0

SAP erkennt, dass ein Lager auch Öffnungen zur Außenwelt besitzt. Im Release 4.0 gibt es mit Tor und Bereitstellzone neue Organisationseinheiten, die auf eine Integration des Transports abzielen. Der Praxisbezug der Integration ist allerdings gering.

Eine weitere Organisationseinheit bildet der Kommissionierbereich als Pendant zum Lagerbereich. Als zentrales Monitoringinstrument wird der Lagerleitstand implementiert. Mit Hilfe der Groblastvorschau soll eine Planung der Arbeitslast unterstützt werden. Die Anforderungen an die Materialflussbeziehungen steigen. Die Transportauftragslogik bietet mit der neuen 2-Schritt-Quittierung nun die Möglichkeit zweistufige Bewegungen systemseitig abzubilden. Aufgrund der systemtechnischen Abhängigkeit der Transportauftragslogik zum Lagertyp stößt das WM an erste Grenzen für die Abbildung mehrstufiger Bewegungen. Im Hinblick auf eine bessere Bündelung von Auslieferungspositionen werden Kommissionierwellen mit ersten rudimentären Funktionalitäten implementiert.

1995 - SAP R/3 Release 3.0/3.1

Mit dem Release 3.0 ziehen weitere integrative Funktionalitäten in das WM ein. Mit der Organisationseinheit Produktionsversorgungsbereich (PVB) und den so genannten Regelkreisen werden Prozesse für die Produktionsver–sorgung geschaffen und die Integration zur Produktionsplanung (PP) hergestellt.

Über die Verknüpfung der Prüflosabwicklung mit den dazu gehörenden Bestandsumbuchungen wird das Qualitätsmanagement integriert. Über die Einbindung von Lagerklassen und Wassergefährdungsklassen des Moduls Environment, Health and Safety (EH&S) in den Einlagerungsprozess werden Funktionalitäten der Gefahrstoffverwaltung zur Verfügung gestellt. Für die Prüfung und Verwaltung verderblicher Materialien werden Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) implementiert. Ferner lässt sich das WM auf einer eigenen Hardwareinstanz erstmalig dezentral betreiben.

1993 - SAP R/3 2.0/2.1

Schon im SAP R/2-Umfeld gab es erste Funktionalitäten für die Lagerlogistik, die zum Teil ins SAP R/3 übernommen wurden. Unter dem Begriff Warehouse Management (WM) wurden die Lagerprozesse als Komponente des Material Management (MM) im Release 2.0 zusammengefasst. Zu diesem Zeitpunkt wurden die mittlerweile bekannten Begriffe für die SAP-Lagerstruktur geprägt.

Die Organisationseinheiten Lagernummer, Lagertyp, Lagerbereich und Lagerplatz haben sich bis heute durchgesetzt und es bis ins SAP EWM geschafft. Elementarer Bestandteil für die Abbildung der Materialflüsse ist die Transportauftragslogik. Der Transportauftrag ist der zentrale Beleg für (einstufige) Bewegungen im Lager. Im Laufe der Jahre erweist sich gerade das systemtechnische Konzept der Transportauftragsverwaltung als zu starr für die immer komplexer werdenden Materialflussbeziehungen im Lager. Mit Hilfe der Lagereinheitenverwaltung können Bestände auf Ladungsträgern verwaltet und im Lager transportiert werden. Auch die gängigen Inventurverfahren sind Bestandteil des Funktionsumfangs. Das WM besitzt in diesem Release lediglich eine Integration zum Inventory Management (MM-IM) und zum Modul Sales and Distribution (SD-SHP). Darüber hinaus wird die Chargenverwaltung in die Lagerabwicklung integriert.

 

 

Ihr Ansprechpartner:

Dr. Eric Venn

+49 231 44 66 5 – 0